English My practice begins with transforming social conditions and objects, using technology to relocate them into imagined filmic environments, where I can observe how they behave and change once removed from their original context. I'm drawn to areas like gender, religion, labor, discrimination, and motherhood — categories whose boundaries shift from culture to culture, yet which are categorized in strikingly similar ways across cultures. Though these categories emerged from specific histories and societies, repetition over time has let them pass as a natural, universal order. By relocating these conditions into a specific filmic environment, I watch the rules and logic of reality bend and deform. This process resembles building a piece of theater. My works are populated by invented characters placed within a specific, predetermined tension — a man who bears the name of a plant, yet remains barred from plant society; a god shaped like a pepperoni pizza, with the right to punish what is most evil; a somewhat clumsy German expert on Korean shamanism; a highly intelligent Octopus Sapiens. Each of these figures results from pushing a social logic — exclusion, authority, obsession, or an inhuman form built precisely to underscore what is most human — to its extreme. Hidden beneath the surface of these narratives are elements that quietly mirror reality: patriarchal culture, racism, populism, feminism. These elements are constructed to simulate, within a filmic scene, the questions each project takes up. I rearrange pieces of different meaning and character within this theatrical tension, letting social concepts collide on screen. This rearrangement happens through technology. Working with cameras, computers, and 3D software, I visualize my characters and environments while translating imagined conditions into concrete form on screen. An apparatus determines not only what can be built, but what can be imagined in the first place — it opens certain possibilities while exposing the limits those same possibilities create. The structure an apparatus provides shapes how images come into being, and an imagined environment only takes on real form and movement through that relationship. My technical imagination, then, comes from choosing among the possibilities technology opens up and weaving them together — taking small fragments from categories long hardened into order (gender, religion, ethnicity) and fusing them, visually, with forms contemporary technology can realize. None of this is about fixing society, or speaking on behalf of those existences pushed to the margins through categorization — that's the work of institutions. My task is to carry those pushed-aside existences, and the language and rules that have defined them, into a sensory medium like film. That language usually sits buried in administrative paperwork or the silence of convention, rarely surfacing on its own. I turn it into an audiovisual experience, so an audience can pass — through eye and ear — back through moments of exclusion they'd walked past before.
Deutsch Meine künstlerische Praxis beginnt damit, soziale Bedingungen und Gegenstände zu verändern und sie mithilfe von Technik in imaginäre filmische Umgebungen zu versetzen, um zu beobachten, wie sie sich unter veränderten Bedingungen verhalten und verändern. Ich beschäftige mich mit Bereichen wie Geschlecht, Religion, Arbeit, Diskriminierung und Mutterschaft — Bereiche, deren Grenzen und Maßstäbe sich von Kultur zu Kultur unterscheiden, wobei sie aber auf universell ähnliche Weise kategorisiert werden. Obwohl diese Bereiche innerhalb bestimmter Gesellschaften und Geschichten entstanden sind, wirken sie, nachdem sie sich über lange Zeit wiederholt und verfestigt haben, wie eine natürliche und universelle Ordnung. Ich versetze diese Bedingungen in eine bestimmte filmische oder bildliche Umgebung und beobachte, wie sich die Regeln und die Ordnung der Realität darin verschieben und verformen. Dieser Arbeitsprozess ähnelt dem Aufbau eines Theaterstücks. In meinen Arbeiten treten erfundene Figuren als Hauptfiguren auf, die in eine Situation mit einer bestimmten, vorgegebenen Spannung versetzt sind — etwa ein Mensch, der den Namen einer Pflanze trägt, dem die pflanzliche Gesellschaft dennoch verschlossen bleibt; ein Gott in Form einer Peperoni-Pizza mit dem Recht, das Böseste zu bestrafen; ein etwas unbeholfener deutscher Experte für koreanischen Schamanismus; oder eine hochintelligente Octopus Sapiens. Diese Wesen sind jeweils das Ergebnis dessen, eine bestimmte gesellschaftliche Logik — Ausschluss, Autorität, Obsession, oder eine unmenschliche Form, die gerade das Menschlichste betonen soll — ins Extrem zu treiben. Darüber hinaus liegen in der Erzählung meiner Arbeiten stets unsichtbare, aber die Realität widerspiegelnde Elemente verborgen — etwa patriarchale Kultur, Rassismus, Populismus oder Feminismus. Diese bildbestimmenden Elemente wurden geschaffen, um die Fragen, mit denen ich mich in den jeweiligen Projekten befasse, in filmischen Szenen zu simulieren. Ich ordne also Elemente unterschiedlicher Bedeutung und Beschaffenheit innerhalb einer theatralischen Spannung neu an und lasse gesellschaftliche Konzepte innerhalb der Bildschirmerzählung aufeinanderprallen. Diese Neuanordnung erfolgt durch Technik. Durch Apparate wie Kamera, Computer und 3D-Programme visualisiere ich die Hauptfiguren und die Umgebungselemente des Films und verleihe zugleich den imaginären Bedingungen auf der Leinwand Gestalt. Der Apparat beeinflusst nicht nur, was hergestellt werden kann, sondern auch, was sich überhaupt vorstellen lässt — er eröffnet ästhetische Möglichkeiten und legt zugleich die Grenzen offen, die diese Möglichkeiten selbst hervorbringen. Die vom Apparat bereitgestellte Struktur greift in die Art und Weise ein, wie Bilder entstehen, und die imaginäre Umgebung erhält erst durch diese Beziehung eine konkrete Form und Bewegung. Die technische Imagination in meiner Arbeit entsteht somit letztlich in dem Prozess, aus den verschiedenen Möglichkeiten, die die Technik eröffnet, auszuwählen und sie miteinander zu verweben. Das heißt: Ich entnehme Kategorien, die bereits zu einer Ordnung erstarrt sind — etwa Geschlecht, Religion oder Ethnie —, kleine Fragmente und verbinde sie bildlich mit Formen, die die zeitgenössische Technik realisieren kann. Letztlich geht es in meiner Arbeit nicht darum, die Gesellschaft zu verbessern oder jene Existenzen stellvertretend zu vertreten, die im Prozess der Kategorisierung ausgeschlossen werden — diese Rolle obliegt den bestehenden Institutionen und Systemen. Meine Aufgabe besteht darin, jene Existenzen, die im Prozess der Kategorisierung als winzige Ausnahmen an den Rand gedrängt werden, sowie die Sprache und die Regeln, die sie definiert und bestimmt haben, in ein sinnliches Medium wie den Film zu übertragen. Diese Sprache und diese Regeln sind gewöhnlich in Verwaltungsdokumenten oder im Schweigen der Konvention verstreut und treten kaum je selbst in Erscheinung. Ich verwandle sie in eine audiovisuelle Erfahrung und lasse das Publikum die Momente des Ausschlusses, an denen es bislang vorbeigegangen ist, mit Augen und Ohren erneut durchlaufen.